Szenenfoto
Rot ist wie ein Holzkästchen sich anfühlt

Theaterprojekt von Judith Kuckart im Rahmen der Literaturtage München 2016.
Mit: Yesim Erdogan, Silja Korn, Heike Thiel und Brigitte Hobmeier.
Ausstattung Lili Anschütz. Dramaturgie Sibille Hüholt.
Uraufführung 12.November 2016 Münchner Kammerspiele

Menschen, die lesen, sind immer blind. Sie werden von den Worten bei der Hand genommen und lassen sich eine Welt beschreiben, die sie nur durch den Erzähler kennen lernen. Ohne den Erzähler wäre diese Welt im Dunkeln geblieben.
Das Theaterprojekt ROT IST WIE EIN HOLZKÄSTCHEN SICH ANFÜHLT mit drei blinden Darstellerinnen und einer sehenden Schauspielern geht diesem Verhältnis von Erzählung und Abbildung, Realität und imaginierter Realität nach.
Wenn man blind ist, wünscht man sich dann, dass ein Maler einen malt und bei der Arbeit sagt, was er sieht?
Hat man Angst im Dunkeln, wenn man blind ist?
Ist das Meer gewaltiger, wenn man es hört oder wenn man es sieht?

Lebhaft und klug geben die drei Frauen Auskunft. Sie beschreiben die Bedeutung von Sprache, da sie einen Raum ja nicht mit Blicken füllen und deuten können.
(Süddeutsche Zeitung, 13. November 2016)