Judith Kuckart wurde in Schwelm bei Wuppertal geboren und lebt als Schriftstellerin und Regisseurin in Berlin und Zürich.

Das Studium der Literatur- und Theaterwissenschaften in Köln
und Berlin schloss Judith Kuckart 1984 mit einer Magisterarbeit über Else Lasker-Schüler ab, die in der Collection S. Fischer veröffentlicht wurde. Während des Studiums schrieb sie Film-
und Theaterrezensionen für verschiedene Berliner Zeitungen und "Theater heute". 1984 gründete sie das Tanztheater Skoronel.
Ihr erster Roman "Wahl der Waffen" erschien 1990. Es folgten
– jeweils im Abstand von vier Jahren – die Romane "Die schöne Frau", "Der Bibliothekar" und "Lenas Liebe" und 2003 der Erzählungsband "Die Autorenwitwe". 2006 erschien "Kaiserstraße" und 2008 Judith Kuckarts  Roman "Die Verdächtige". Ihr neuester Roman "Wünsche" ist 2013 erschienen.

Zum Schreiben kam Judith Kuckart nicht in erster Linie über das Literaturstudium, sondern über Tanz und Theater. Nach dem Unterricht in klassischem Ballett und modernem Tanz in Düsseldorf und Essen und nach prägenden Theaterbesuchen bei Pina Bausch entwickelte sie 1984 zusammen mit vier Ensemblemitgliedern in Berlin ein erstes eigenes Tanzstück, "Kassandra", nach Christa Wolfs Roman. Die junge Compagnie gab sich den Namen Skoronel. 1985 besuchte Judith Kuckart auf Zuraten von Hans Züllig die Folkwangschule Essen, bis Johann Kresnik sie als Assistentin für das Tanzstück "Pier Paolo Pasolini" an sein Choreographisches Theater in Heidelberg engagierte. 1986, mit der zweiten Produktion "Ophelia, kann sein", begann sich das Tanztheater Skoronel bei Publikum und Kritik zu etablieren. Zusammen mit Jörg Aufenanger, Mitautor der Skoronel-Dokumentation "Eine Tanzwut" (1989), leitete Judith Kuckart das Ensemble bis 1998. Oft in Koproduktion mit großen Theatern entstanden insgesamt siebzehn Produktionen, für die Judith Kuckart Stoffe und Choreografien entwickelte und später auch Libretti und Stücke schrieb, die sie selbst inszenierte. Von Anfang an ging es Judith Kuckart in der Arbeit mit Skoronel darum, Körpersprache und poetische Sprache als Einheit erfahrbar zu machen. Grundlage waren zunächst Texte anderer Autoren, seit dem Stück "Charlotte Corday" (1989) fast immer eigene Texte, die zunehmend narrativen Charakter entwickelten und wie in "Last Minute, Fräulein Dagny" (1995) und "Melancholie 1 oder die zwei Schwestern" (1997) komplexe Geschichten erzählten. Seit der Auflösung von Skoronel arbeitet Judith Kuckart als freie Regisseurin. Sie inszenierte u.a. Kleists "Penthesilea" (1999) am Stadttheater Baden-Baden und ihr eigenes Stück "Blaubart wartet" (2002) im Rahmen der Berliner Festspiele. Zuletzt inszenierte Judith Kuckart mit der Bremer Shakespeare Company ("Lothar I.") und an den Kammerspielen Paderborn ("Die Vormieterin") Texte und Geschichten, die sie gemeinsam mit den Darstellern entwickelte.

In Judith Kuckarts Romanen und Erzählungen bleiben Tanz und Theater präsent. Die "Ästhetik des Tanzes im Text" (Monika Maron über "Wahl der Waffen", Der Spiegel, 1990) und "die Genauigkeit in der Beobachtung von Körpersprache" (Rainer-K. Langner über "Die schöne Frau", NDL, 1994) wurden schon in den ersten Büchern bemerkt. Daneben sind es vor allem die Biografien der Romanfiguren, in denen sich die Bühnenerfahrung der Autorin spiegelt. Die Schauspielerin Lena und die Tänzerin Jule in "Lenas Liebe" und "Kaiserstraße" ebenso wie Figuren aus den früheren Romanen verbindet das Wagnis der Bühne. Mehr noch verbindet sie im Leben: die leidenschaftliche Suche nach einer Geschichte – und sei es die deutsche –, die größer ist als die eigene.
Judith Kuckart wurde mit verschiedenen Preisen und Stipendien ausgezeichnet.


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